„Wannsee ich dich endlich wieder?“ hieß es schon 2017 bei den Toten Hosen, wobei in dem Lied ein Mädchen besungen wird und weniger das kühle Nass im Fokus steht. Für die Schweriner Rudergesellschaft hingegen stand vom 15. bis 17. August der Wannsee im Mittelpunkt bei der diesjährigen Vereinswanderruderfahrt. Mit dabei waren Almut, Andreas, Antje, Birgit, Christian, Christina, Diethild, Henning, Kirstin, Martin, Olaf, Roland und Torsten. Gerudert wurde in den beiden gesteuerten Vierern „Bodenwerder“ und „Irma“ und im gesteuerten Zweier „Orangerie“. Der Ruderklub am Wannsee (RaW) hatte uns die Boote zur Verfügung gestellt. In dem historischen Bootshaus des Klubs hatten wir auch unsere Gästezimmer.
Tour 1: Pfaueninsel, Glienicker Brücke und prunkvolle Gründerzeitvillen
Die Sonne strahlt, die Hitze drückt, als wir am Freitagvormittag ankommen und gastfreundlich empfangen werden. Temperaturen von 34 Grad laden eher zu einem Besuch des nahegelegenen, traditionsreichen Strandbads Wannsee ein als zu einer Ruderfahrt. Wir legen trotzdem ab. Unsere Tour führt uns vom Großen Wannsee über die Havel Richtung Pfaueninsel, UNESCO-Weltkulturerbe und Naturschutzgebiet. Bereits wenige Ruderschläge nach dem Ablegen blicken wir sehnsüchtig auf die weiß-blauen Strandkörbe, die im gelben Sand vom Strandbad glänzen. Freibad-Atmosphäre schallt herüber, doch wir müssen weiter.
Auf dem Wannsee herrscht reges Treiben: Jetskis, SUPs, Segelboote und Fahrgastschiffe kreuzen unseren Weg. Torstens laminierte Wasserwanderkarten leisten uns gute Dienste. Wir passieren das Südufer der Pfaueninsel und erahnen vom Wasser aus, welchen malerischen Landschaftspark der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné, der auch in Schwerin gewirkt hat, hier geschaffen hat.
Nach der Pfaueninsel steuern wir die Sacrower Heilandskirche an. Das Gebäude entstand im 19. Jahrhundert in italienischem Stil mit Arkadengang und freistehendem Glockenturm. Zeit für eine Rast und erfrischende Badepause. Danach rudern wir weiter auf der Havel, blicken auf das Casino Glienicke, das Karl Friedrich Schinkel nach italienischen Vorbildern bauen ließ, und passieren schließlich die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam. Im Kalten Krieg fand hier mehrmals ein Agentenaustausch statt. Auf steuerbord sehen wir das Stadtpanorama von Potsdam, über dem die Kuppel der Kirche St. Nikolai in der Hitze herrschaftlich flimmert.
Wir fahren an Schloss Babelsberg vorbei, biegen in den Griebnitzsee ein und blicken kurz darauf auf Jagdschloss Glienicke. Die historischen Sehenswürdigkeiten liegen hier aufgereiht wie auf einer Perlenkette. Nicht ohne Grund rühmen die Berliner ihr Ruderrevier im Südwesten der Stadt als eines der schönsten Deutschlands. Es ist was dran. Wir rudern noch eine ganze Weile durch den Griebnitzkanal, durch den Stolpchensee und Pohlesee auf den Kleinen Wannsee. Wir sehen prunkvolle Gründerzeitvillen, moderne Villen, große private Gärten mit Hanglage zum Wasser und einige Rudervereine. Das Bootshaus des Berliner Ruderclubs, das vom Wasser seine ganze Pracht entfaltet, bleibt uns in besonderer Erinnerung. Am Ende unserer Tour sind wir 18 Kilometer gerudert.
Tour 2: Mit der Abendsonne auf die Insel Kälberwerder
Am frühen Abend brechen wir erneut auf. Wir steuern Kälberwerder an, um dort zu grillen. Die 5.000 Quadratmeter große Insel in der Havel ist der Pfaueninsel vorgelagert und Eigentum des Ruderklubs am Wannsee. Almut und Andreas fahren nicht mit. Nach der Ankunft stellen wir fest, dass wir die Grillkohle und die Brötchen nicht mitgenommen haben. Weil man bei einer Wanderfahrt immer improvisieren muss, entfachen wir das Feuer mit dem Kaminholz, das auf der Insel lagert, und nutzen die bereits verwendete Grillkohle, die wir auf einem großen Haufen finden. Unser Abendessen kann wie geplant stattfinden. Gut gestärkt fahren wir wieder zurück und zählen weitere acht Ruderkilometer.
Tour 3: Über Schwanenwerder zur Insel Eiswerder in Berlin-Spandau
Am Samstag starten wir mit einem gemeinsamen Frühstück auf der Veranda im historischen Bootshaus mit Blick auf den Wannsee. Wolken, 17 Grad, Westwind, Wellen. Noch ist von dem herrlichen Sommertag, den wir gemeinsam verbringen werden, nicht viel zu sehen. Heute fahren wir in die andere Richtung. Wir steuern die Insel Schwanenwerder an, passieren die Durchfahrt, die einem Nadelöhr gleicht – Alle Skulls lang! – und rudern auf der Havel Richtung Berlin-Spandau. Viele Segelboote fahren hart am Wind. Wir fragen uns, ob wir zwischen ihnen die Seeseite wechseln können. Doch als es soweit ist, haben sie bereits den Kurs geändert. Auch sonst ist viel los auf der Havel: Frachtschiffe, ein Flusskreuzfahrtschiff und Motoryachten wühlen das Wasser in der Fahrrinne auf. Segler, Surfer und Jetskis fahren kreuz und quer. Unsere Steuerleute müssen sich konzentrieren.
Bei der Einfahrt in den Kanal zum Pichelssee wird es nicht ruhiger. Wir grüßen andere Ruderboote. Leistungsruderer und Kanuten trainieren. Wir suchen eine Stelle zum Anlegen und nutzen schließlich den Steg des Märkischen Rudervereins. Leider herrscht hier kein Ruderbetrieb und wir treffen niemanden an. Nach einer Verschnaufpause fahren wir weiter auf der Havel in den Südhafen Berlins. An der Schleuse Spandau wird es spannend. Wir müssen eine Bootsschleppe auf Schienen nutzen, um die Staustufe zu überwinden. Nach einer guten halben Stunde sind wir auf der anderen Seite angekommen und setzen unsere Tour Richtung Insel Eiswerder fort. Hier wollen wir picknicken.
Die Suche nach einem Strand gestaltet sich alles andere als einfach. Wir nutzen den neu gestalteten Anleger der ehemaligen Fabrik Eiswerder. Heute sind in den Backsteingebäuden aus dem 19. Jahrhundert Start-ups und das SUP-Center-Berlin zu Hause. Andreas spendiert eine Runde „Florida Eis“ von der Berliner Eismanufaktur von 1927 – danke dafür. Die Rückfahrt führt uns über einen kabbeligen Wannsee. Auf dem Wasser ist noch immer sehr viel los. Hinzu kommen Partyboote, auf deren Decks die Passagiere abzappeln – Sommer in Berlin. Nach 32 Ruderkilometern lassen wir den Tag in Lorettas Biergarten gemütlich ausklingen.
Tour 4: Vom Kleinen Wannsee in den Jungfernsee und zurück
Am Sonntag gehen wir es ruhiger an. Wir frühstücken erneut auf der Veranda des Bootshauses. Almut steigt aus und schont ihre Kräfte. Die Mannschaften müssen neu zusammengesetzt werden. Wir fahren einen Vierer mit Lücke. Unsere Tour führt uns diesmal über den Kleinen Wannsee, den Pohlesee, Stolpchensee, Griebnitzsee, die Glienicker Brücke in den Jungfernsee. Dort legen wir an einem kleinen Strandabschnitt der Meierei an, picknicken und bestaunen die Muschelgrotte im Schlosspark Neuer Garten Potsdam. Über das Nordufer der Pfaueninsel fahren wir zurück, machen aber auf dem Wasser Halt, um das Lustschloss aus Holz zu fotografieren.
Einen großen Dank richten wir an unsere Wanderruderwartin Kirstin für die Ausarbeitung der Touren mit vielen Highlights, die gute Vorbereitung, perfekte Organisation und das schöne Wochenende in Berlin. Die Strecken waren für alle gut zu bewältigen. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und sind gespannt, wohin uns die Vereinsruderwanderfahrt 2026 führt. Auf dem Rückweg legen ein Vierer und der Zweier erneut einen Stopp für eine erfrischende Badepause auf Kälberwerder ein. Anschließend rudern wir zurück zum Ruderklub am Wannsee. Nach 22,5 Ruderkilometern holen wir die Boote aus dem Wasser und packen den Vereinsbus. Dann geht es nach einer kleinen Stadtrundfahrt durch das schöne Potsdam auf die Autobahn zurück nach Schwerin.
Fotos: Kirstin Pingel, Henning Lipski
„Wannsee ich dich endlich wieder?“ hieß es schon 2017 bei den Toten Hosen, wobei in dem Lied ein Mädchen besungen wird und weniger das kühle Nass im Fokus steht. Für die Schweriner Rudergesellschaft hingegen stand vom 15. bis 17. August der Wannsee im Mittelpunkt bei der diesjährigen Vereinswanderruderfahrt. Mit dabei waren Almut, Andreas, Antje, Birgit, Christian, Christina, Diethild, Henning, Kirstin, Martin, Olaf, Roland und Torsten. Gerudert wurde in den beiden gesteuerten Vierern „Bodenwerder“ und „Irma“ und im gesteuerten Zweier „Orangerie“. Der Ruderklub am Wannsee (RaW) hatte uns die Boote zur Verfügung gestellt. In dem historischen Bootshaus des Klubs hatten wir auch unsere Gästezimmer.
Tour 1: Pfaueninsel, Glienicker Brücke und prunkvolle Gründerzeitvillen
Die Sonne strahlt, die Hitze drückt, als wir am Freitagvormittag ankommen und gastfreundlich empfangen werden. Temperaturen von 34 Grad laden eher zu einem Besuch des nahegelegenen, traditionsreichen Strandbads Wannsee ein als zu einer Ruderfahrt. Wir legen trotzdem ab. Unsere Tour führt uns vom Großen Wannsee über die Havel Richtung Pfaueninsel, UNESCO-Weltkulturerbe und Naturschutzgebiet. Bereits wenige Ruderschläge nach dem Ablegen blicken wir sehnsüchtig auf die weiß-blauen Strandkörbe, die im gelben Sand vom Strandbad glänzen. Freibad-Atmosphäre schallt herüber, doch wir müssen weiter.
Auf dem Wannsee herrscht reges Treiben: Jetskis, SUPs, Segelboote und Fahrgastschiffe kreuzen unseren Weg. Torstens laminierte Wasserwanderkarten leisten uns gute Dienste. Wir passieren das Südufer der Pfaueninsel und erahnen vom Wasser aus, welchen malerischen Landschaftspark der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné, der auch in Schwerin gewirkt hat, hier geschaffen hat.
Nach der Pfaueninsel steuern wir die Sacrower Heilandskirche an. Das Gebäude entstand im 19. Jahrhundert in italienischem Stil mit Arkadengang und freistehendem Glockenturm. Zeit für eine Rast und erfrischende Badepause. Danach rudern wir weiter auf der Havel, blicken auf das Casino Glienicke, das Karl Friedrich Schinkel nach italienischen Vorbildern bauen ließ, und passieren schließlich die Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam. Im Kalten Krieg fand hier mehrmals ein Agentenaustausch statt. Auf steuerbord sehen wir das Stadtpanorama von Potsdam, über dem die Kuppel der Kirche St. Nikolai in der Hitze herrschaftlich flimmert.
Wir fahren an Schloss Babelsberg vorbei, biegen in den Griebnitzsee ein und blicken kurz darauf auf Jagdschloss Glienicke. Die historischen Sehenswürdigkeiten liegen hier aufgereiht wie auf einer Perlenkette. Nicht ohne Grund rühmen die Berliner ihr Ruderrevier im Südwesten der Stadt als eines der schönsten Deutschlands. Es ist was dran. Wir rudern noch eine ganze Weile durch den Griebnitzkanal, durch den Stolpchensee und Pohlesee auf den Kleinen Wannsee. Wir sehen prunkvolle Gründerzeitvillen, moderne Villen, große private Gärten mit Hanglage zum Wasser und einige Rudervereine. Das Bootshaus des Berliner Ruderclubs, das vom Wasser seine ganze Pracht entfaltet, bleibt uns in besonderer Erinnerung. Am Ende unserer Tour sind wir 18 Kilometer gerudert.
Tour 2: Mit der Abendsonne auf die Insel Kälberwerder
Am frühen Abend brechen wir erneut auf. Wir steuern Kälberwerder an, um dort zu grillen. Die 5.000 Quadratmeter große Insel in der Havel ist der Pfaueninsel vorgelagert und Eigentum des Ruderklubs am Wannsee. Almut und Andreas fahren nicht mit. Nach der Ankunft stellen wir fest, dass wir die Grillkohle und die Brötchen nicht mitgenommen haben. Weil man bei einer Wanderfahrt immer improvisieren muss, entfachen wir das Feuer mit dem Kaminholz, das auf der Insel lagert, und nutzen die bereits verwendete Grillkohle, die wir auf einem großen Haufen finden. Unser Abendessen kann wie geplant stattfinden. Gut gestärkt fahren wir wieder zurück und zählen weitere acht Ruderkilometer.
Tour 3: Über Schwanenwerder zur Insel Eiswerder in Berlin-Spandau
Am Samstag starten wir mit einem gemeinsamen Frühstück auf der Veranda im historischen Bootshaus mit Blick auf den Wannsee. Wolken, 17 Grad, Westwind, Wellen. Noch ist von dem herrlichen Sommertag, den wir gemeinsam verbringen werden, nicht viel zu sehen. Heute fahren wir in die andere Richtung. Wir steuern die Insel Schwanenwerder an, passieren die Durchfahrt, die einem Nadelöhr gleicht – Alle Skulls lang! – und rudern auf der Havel Richtung Berlin-Spandau. Viele Segelboote fahren hart am Wind. Wir fragen uns, ob wir zwischen ihnen die Seeseite wechseln können. Doch als es soweit ist, haben sie bereits den Kurs geändert. Auch sonst ist viel los auf der Havel: Frachtschiffe, ein Flusskreuzfahrtschiff und Motoryachten wühlen das Wasser in der Fahrrinne auf. Segler, Surfer und Jetskis fahren kreuz und quer. Unsere Steuerleute müssen sich konzentrieren.
Bei der Einfahrt in den Kanal zum Pichelssee wird es nicht ruhiger. Wir grüßen andere Ruderboote. Leistungsruderer und Kanuten trainieren. Wir suchen eine Stelle zum Anlegen und nutzen schließlich den Steg des Märkischen Rudervereins. Leider herrscht hier kein Ruderbetrieb und wir treffen niemanden an. Nach einer Verschnaufpause fahren wir weiter auf der Havel in den Südhafen Berlins. An der Schleuse Spandau wird es spannend. Wir müssen eine Bootsschleppe auf Schienen nutzen, um die Staustufe zu überwinden. Nach einer guten halben Stunde sind wir auf der anderen Seite angekommen und setzen unsere Tour Richtung Insel Eiswerder fort. Hier wollen wir picknicken.
Die Suche nach einem Strand gestaltet sich alles andere als einfach. Wir nutzen den neu gestalteten Anleger der ehemaligen Fabrik Eiswerder. Heute sind in den Backsteingebäuden aus dem 19. Jahrhundert Start-ups und das SUP-Center-Berlin zu Hause. Andreas spendiert eine Runde „Florida Eis“ von der Berliner Eismanufaktur von 1927 – danke dafür. Die Rückfahrt führt uns über einen kabbeligen Wannsee. Auf dem Wasser ist noch immer sehr viel los. Hinzu kommen Partyboote, auf deren Decks die Passagiere abzappeln – Sommer in Berlin. Nach 32 Ruderkilometern lassen wir den Tag in Lorettas Biergarten gemütlich ausklingen.
Tour 4: Vom Kleinen Wannsee in den Jungfernsee und zurück
Am Sonntag gehen wir es ruhiger an. Wir frühstücken erneut auf der Veranda des Bootshauses. Almut steigt aus und schont ihre Kräfte. Die Mannschaften müssen neu zusammengesetzt werden. Wir fahren einen Vierer mit Lücke. Unsere Tour führt uns diesmal über den Kleinen Wannsee, den Pohlesee, Stolpchensee, Griebnitzsee, die Glienicker Brücke in den Jungfernsee. Dort legen wir an einem kleinen Strandabschnitt der Meierei an, picknicken und bestaunen die Muschelgrotte im Schlosspark Neuer Garten Potsdam. Über das Nordufer der Pfaueninsel fahren wir zurück, machen aber auf dem Wasser Halt, um das Lustschloss aus Holz zu fotografieren.
Einen großen Dank richten wir an unsere Wanderruderwartin Kirstin für die Ausarbeitung der Touren mit vielen Highlights, die gute Vorbereitung, perfekte Organisation und das schöne Wochenende in Berlin. Die Strecken waren für alle gut zu bewältigen. Wir freuen uns schon auf nächstes Jahr und sind gespannt, wohin uns die Vereinsruderwanderfahrt 2026 führt. Auf dem Rückweg legen ein Vierer und der Zweier erneut einen Stopp für eine erfrischende Badepause auf Kälberwerder ein. Anschließend rudern wir zurück zum Ruderklub am Wannsee. Nach 22,5 Ruderkilometern holen wir die Boote aus dem Wasser und packen den Vereinsbus. Dann geht es nach einer kleinen Stadtrundfahrt durch das schöne Potsdam auf die Autobahn zurück nach Schwerin.
Fotos: Kirstin Pingel, Henning Lipski



